Es gibt noch viele Baustellen
Torhüter Andreas Norsitscka hat sich im Handball zurück gemeldet.
… Oberligisten SG Bruchköbel mit 19:13, Landesligisten HSG Hanau mit 20:10 und den bayrischen Oberligisten TSV Lohr mit 21:16 (Spielzeit jeweils 2 x 15 Minuten). Daniel Luther, als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet, gab Kostproben seiner Wurfkraft, lochte insgesamt 17 Bälle ein, bekam in punkto Torewerfen von seinen Rückraumkollegen jedoch zu wenig Unterstützung. Mit dem sich auf die anstehende Europameisterschaft vorbereitenden Tomas Sklenak sowie den verletzten Girts Lilienfelds und Krisztian Szep-Kis fehlten allerdings gleich drei Rückraumspieler, sodass der junge Philipp Lindner, eigentlich Kreisspieler, phasenweise im rechten Rückraum aushelfen musste. Rechtsaußen Nick Heinemann blieb krankheitsbedingt zuhause.
„Ich habe Positives gesehen, aber auch viele Baustellen, die es abzuarbeiten gilt. Die Mannschaft hat mir als Trainer mit ihrem Auftritt das Signal gegeben, sie braucht noch viele, viele intensive Trainingseinheiten“, bilanzierte ThSV-Coach Maik Handschke, der dieses Turnier natürlich zum Probieren nutzte. „Bei der Integration des jungen Philipp Lindner sind wir vorangekommen. Heimkehrer Andreas Nositschka zeigte nach nur wenigen Trainingseinheiten gute Ansätze“, hatte Maik Handschke notiert. (Keeper Andreas Nositschka ist nach einem einjährigen Intermezzo als Physiotherapeut bei den Radprofis wieder zurück beim Handball, beim ThSV Eisenach.)
Probleme auf den Halbpositionen im Deckungsverband fanden sich auf der Mängelliste ebenso wie holpriges Zusammenspiel mit Alexander Koke im Vorwärtsgang. „Da war noch zu viel Stückwerk. Das müssen wir verbessern“, so Maik Handschke. „Wir waren im Finale nicht bereit, unser Leistungsvermögen abzurufen, um den Klassenunterschied zu dokumentieren“, fügte Eisenachs Trainer hinzu. Auch wenn er es nicht explizit formulierte, er war sauer, dass seine Schützlinge der Favoritenrolle nicht gerecht wurden.
Mal wieder Personalnot im Rückraum
Nur drei etatmäßige Rückraumspieler standen zur Verfügung, das dünne Korsett im Aufbaubereich der Eisenacher einmal mehr untersteichend!
Maik Handschke betraute nahezu im gesamten Turnierverlauf Alexander Koke mit der Regierolle. Ohne Linkshänder im rechten Rückraum waren die taktischen Möglichkeiten der Thüringer von Beginn eingeschränkt. Offensichtlich, Pavel Prokopec fühlte sich im rechten Rückraum unwohl. Adrian Wöhler kam auf Links- und Rechtsaußen zum Einsatz. Spektakulär sein Treffer von Linksaußen, nahezu von der Torauslinie, in der Partie gegen den TSV Lohr, brachte als Rechtshänder im Finale das Leder von Rechtsaußen jedoch nicht am besten Torhüter des Turniers, Michael Rex, vorbei.
Nach Anlaufschwierigkeiten in der ersten Turnierbegegnung gegen die SG Bruchköbel (5:4, 10.) kam der ThSV-Motor auf Betriebstemperatur, waren die Schlussleute Radek Musil und Stanislaw Gorobtschuk die Auslöser schneller Tempogegenstöße. Nach seiner Einwechslung überzeugte Philipp Lindner mit viel Einsatz am Kreis, gab keinen Ball verloren, traf im energischen Nachsetzen zum 13:8 (19.) und 14:9 (23.), verwertete ein Luther-Zuspiel zum 18:11 (27.). Gegen Hanau besetzte Till Bitterlich die Kreisposition, der das Leder überlegt zum 4:0 (4.) über den Keeper hob.
Schnelle Ballpassagen über mehrere Stationen, ein aus der Bewegung knallhart abziehender Daniel Luther bestimmten das ThSV-Spiel. Ein Koke-Zuspiel versenkte Till Bitterlich zur 10:4 Halbzeitführung. Mit schnörkellosem Wurf, so wie es sein Trainer von ihm will, wuchtete Adrian Wöhler per Tempogegenstoß zum 15:9 (25.) ein, ehe es Daniel Luther so richtig zum 20:10 krachen ließ. Gegen den TSV Lohr, im Halbfinale, stotterte der ThSV-Motor. Das rasche 3:1 durch Benjamin Trautvetter fand keine Fortsetzung.
Mit verdeckten Würfen aus dem Rückraum, weil auch nicht angegriffen, kamen die Bayern zum Erfolg. Immer wieder ergatterten sie sich Abpraller, versenkten im zweiten oder gar dritten Anlauf, blieben stets auf Tuchfühlung und trafen gar zum 15:15 (23.) aus. Eisenachs Abwehr glich da dem berühmten Scheunentor. ThSV-Keeper Andreas Nositschka verhinderte Ärgeres. Nach dem 16:16 (24.) agierte der Oberligist zu ungestüm, eröffnete den Thüringern drei Kontermöglichkeiten, die Daniel Luther, Martin Hoffmann und Pavel Prokopec zum 21:16-Sieg nutzten.
Der größere Siegeswillen entschied für den Regionalligisten
Mit körperlichen Vorteilen (Größe und Gewicht) zeigte sich Regionalliga-Tabellenführer TSV Groß-Umstadt, bei dem jüngst Zweitligaspieler Oliver Schulz (Obernburg, FrankfurtRheinMain) anheuerte, im Finale von Beginn respektlos. Mit einer offensiv ausgerichteten kantigen Abwehr, die Räume verengend, stoppten sie immer wieder den Spielfluss der Eisenacher, trafen selbst durch Florian See zum 3:4 (5.). Dann übernahmen Pavel Prokopec, Alexander Koke und Daniel Luther das Zepter, lochten zum 8:6 (13.) ein. In Überzahl fabrizierten die Wartburgstädter einen Ballverlust und kassierten selbst eine Zeitstrafe.
Florian See glich zum 8:8 aus, während Eisenachs Martin Hoffmann Groß-Umstadts Torwarthünen Michael Rex nicht überwinden konnte. Mit Benjamin Trautvetter an der Kreismitte, Alexander Schiffner auf Links- und Adrian Wöhler auf Rechtsaußen ging es in die zweiten 15 Minuten. ThSV-Schlussmann Radek Musil war mehrfach Retter in höchster Not. Alexander Schiffner traf per Konter zum 10:9, verlor wenig später das Leder beim erneuten Weg zum Tor, Till Bitterlich spielte einen Freiwurf gar direkt in die Arme des Kontrahenten, der zum Ausgleichstreffer dankte.
Der Regionalligist hatte längst erkannt, dass der ThSV Eisenach nur einen Rückraum-Shooter mit Daniel Luther hatte. Abwehr und Torhüter stellten sich immer besser auf diesen ein. Groß-Umstadts Keeper parierte gleich zwei Strafwürfe (Koke, 24.; Prokopec, 26.), motivierte seine Vorderleute zusätzlich. Diese spürten, der Zweitbundesligist, zu lethargisch, ist zu packen. Adrian Wöhler brachte in Überzahl das Leder von Rechtsaußen nicht am das Tor zunagelnden Michael Rex vorbei.
Ein Daniel-Luther-Kracher landete beim Stand von 11:12 (28.) neben dem Kasten. Per Aufsetzer markierte Alexander Koke den 12:12-Ausgleichstreffer (29.) dem Tilmann Werner den erneuten Führungstreffer des TV Groß-Umstadt folgen ließ (12:13, 30.). In die Verlängerung retten, hieß jetzt die bescheidene Devise des Zweitbundesligisten. Doch bei einem Wurf von Pavel Prokopec hatte TV-Schlussmann Michael Rex wenig Mühe. Bereits im Freudentaumel traf der Regionalligist zum 12:14 und tanzte anschließend ausgelassen, feierte den unerwarteten Turniersieg beim von der Abteilung Handball der SG Bruchköbel in der Dreispitzhalle bestens organisierten Neujahrsturnier.
Für den ThSV Eisenach waren in den vier Begegnungen über jeweils 2 x 15 Minuten dabei: die Torhüter Radek Musil, Stanislaw Gorobtschuk und Andreas Nositschka sowie die Feldspieler Alexander Schiffner (4 Tore), Benjamin Trautvetter (8), Pavel Prokopec (6), Till Bitterlich (4), Adrian Wöhler (8), Philipp Lindner (5), Martin Hoffmann (9), Alexander Koke (10/6), Daniel Luther (17)
Quelle: www.thsv-eisenach.de